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Unser Wissen über Namibia
beschränkte sich zunächst darauf, dass es sich irgendwann
einmal um eine deutsche Kolonie (Deutsch Südwest Afrika)
gehandelt hat. Empfohlen wurde uns das Land von zwei Wienern,
die wir in Australien getroffen hatten. Ihre Begeisterung für
Namibia hat uns angesteckt und bald wurde im Internet nach Reiseberichten
und Bildern gesucht, Bücher und Karten gekauft. Schon bei
einer groben Suche im Internet sind wir über einen tollen
Camping-Wagen gestolpert, so dass diesmal von Anfang an feststand,
das Land als "Camper" zu bereisen.
Da die Victoria Falls nicht
weit entfernt sind, und wir am Anfang auch noch überlegt
hatten in den Caprivi Streifen zu fahren, sollten diese auch noch
auf unserem Programm stehen. Die Fahrt durch den Caprivi Streifen
wurde aber schon bald wieder mangels Zeit gestrichen.
Für unseren
ersten Aufenthalt in Namibia haben wir uns die klassische Route
ausgesucht. Die Köcherbäume sowie der Fish River Canyon
lockten zu sehr, als dass wir den Süden hätten streichen
wollen. Diesen Entschluß haben wir nicht bereut. Die Köcherbäume
und Kolmanskuppe sind absolute Highlights, den besten Sonnenuntergang
haben wir am Fish River Canyon gesehen und der Campingplatz in
Betta (bei Schloß Duwisib) war umwerfend.
In Australien hatten
wir schon die Vorteile eines Campers schätzen gelernt
und auch diesmal waren wir sehr froh über unseren kleinen
Allrad-Camper, der sogar mit Dusche und WC ausgestattet war. Die
Tierbeobachtungsluke war der absolute Hit im Etosha N.P. Der einzige
Nachteil des Wagens war, dass er schon viele km über die
Pisten Namibias gefahren war. Die Übergabe des Autos verzögerte
sich am Ankunftstag um ca. 8 Stunden, da er noch in einer Werkstatt
war. Das für diesen Tag geplante "loaden" des Wagens
(Getränke, Essensvorräte..) erfolgte mit der Hilfe des
Vermieters und seinem Wagen. Zum Daan Viljoen Game Park kamen
wir dann aber nicht mehr, stattdessen blieben wir auf dem Campingplatz
von Woodway (20 km außerhalb von Windhoek). Unangenehmer
war dann schon das Platzen des Bremszylinders und die damit verbundene
"Bremsunfähigkeit". Schön war, dass uns dies
nicht am Kuiseb Canyon passiert ist, Etosha war aber auch nicht
der geeignete Ort dafür. Allen denen wir die Tiere von den
Straßen zwischen Halali und Namutoni vertrieben haben sei
gesagt: es ging leider nicht anders, natürlich hätten
wir uns die Zebra-, Springbock, Oryx- uswHerden gerne in Ruhe
angesehen, aber Anhalten war leider nicht möglich. Auch bei
dem Elefantenbullen, dem wir sehr, sehr, sehr nahe gekommen sind
(gut, dass der Rückwärtsgang noch funktionierte), möchten
wir uns entschuldigen. Trotz Tempo 20 km/h dauert es eine Ewigkeit
ohne Bremse zum Stehen zu kommen.
Trotzdem hat uns
der Urlaub im Camper, auch in diesem, sehr gut gefallen. Die Campingplätze
in den Parks hatten wir schon im voraus gebucht, was jedoch mit
Ausnahme von Sesriem, im Juni nicht notwendig gewesen wäre.
Dies sieht man aber immer erst selbst vor Ort. Die Reservierung
in der Tasche hat jedoch zur Beruhigung beigetragen. Es ist ja
nicht so, dass alle paar Meter ein Campingplatz liegt. Aufgrund
zahlreicher Reiseberichte hatten wir einen guten Überblick,
was pro Tag machbar bzw. fahrbar ist, so dass die ausgearbeitete
Tour gut gepaßt ha t und die Reservierungen
nicht zum Problem wurden. Die Camps waren alle in Ordnung, das
eine mal etwas schöner, das andere mal schlicht. Es ist phantastisch
am Abend, nach einem Tag voller Farben (die Farben Afrikas, da
ist schon etwas dran) und wunderschöner Landschaft am Lagerfeuer
mit einem Savannah Dry (Cidre) vorm Camper zu sitzen und den
grandiosen Sternenhimmel zu bewundern.
Insgesamt sind wir
4.330 km in Namibia gefahren. Wir haben viele schöne Erinnerungen
und Erlebnisse mitgebracht und werden bestimmt bald wieder nach
Namibia fahren. Namibia ist nicht nur eine Reise wert.
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